Der gerechte Zorn der Werber: Jung von Matts Raphael Brinkert vs. Fernet Branca

Fernet Branca Werbung und Post von Jung von Matt Holtappels
Facebook Screenshot

Indiskutabel sei es, so etwas zu machen, ja, an der “Grenze zwischen Polarisierung und bewusster Herabwürdigung bzw. Diskriminierung” sei das Fernet Branca Plakat, das in vermessener, ja hybrider Größe an einer Hauswand in Hamburg Ottensen angebracht wurde. So schrieb der stolze Raphael Brinkert am Wochenende auf Facebook. Und löste damit eine Diskussion aus. Darüber, wie wir als Gesellschaft miteinander umgehen. Eine Diskussion über Respekt und Toleranz in einem Land, das diese Werte nicht mehr zu kennen scheint.

Man fragt sich, was muss solch einem großen Mann widerfahren sein, der – seinem Twitter-Account nach – “Germany’s most awarded sport marketer” ist, dem Gründer des Sportmarketing-Ablegers von Jung von Matt, jvmsports, einem so erfolgreichen Mann? Was ist passiert, dass er sich so gedrängt sieht, ans Licht der Öffentlichkeit treten zu müssen?

Pfui, Fernet Branca!

Wie es scheint, hat der Kräuterschnapshersteller Fernet Raphael Brinkert und all seinen Kollegen mit seiner Plakatkampagne “Life is bitter” großes Unrecht angetan. Die Vertreter seines noblen Standes der Kommunikationsspezialisten, die ohnehin schon zu den Gegängelten unserer konsumkritischen Gesellschaft gehören, müssen sich in Hamburg Ottensen nun auf dem Weg zur Arbeit allmorgentlich als Lügner beschimpfen lassen. Denn früher, so demagogisiert dieses unsägliche Plakat, hätte es hier, im heutigen Agenturviertel, noch ehrliche Arbeiter gegeben. Nun aber gebe es nur noch Werber. Pfui!

Raphael Brinkert und auch Benedikt Holtappels, CEO der Agentur GGH MullenLowe, der sogar forderte die Plakate abzuhängen, haben nun das Kreuz auf sich genommen, diesen Missstand an die Öffentlichkeit zu bringen, auf dass das Korrektiv der kollektiven Shitstorm-Vernunft auf die Urheber herabfahre wie das jüngste Gericht am letzten aller Tage. Doch das ist nur unweigerliche Folge eines viel größeren Dienst, den die beiden uns allen hier erwiesen haben: Brinkert und Holtappels gehen damit auf uns zu, geben uns die Möglichkeit kritischer Selbstreflexion und kathartischer Reinigung. Oh, lasst sie uns wahrnehmen!

Schmutzkampagnen gegen die schwächsten unserer Gemeinschaft

Denn müssen wir uns nicht etwa fragen: Hat diese unsere Mehrheitsgesellschaft nicht schon genug Berufsgruppen mutwillig bis an den Rand ihrer Existenz diskreditiert? Hat sie nicht schon Versicherern unterstellt, sich wie die Geier auf die Ängste ihrer Kunden vor Krankheit und Tod zu stürzen? Hat sie nicht das Feindbild des bösen Investoren und der Immobilienhaie geschaffen, die zahlungsschwache Mieter aus ihren Häusern verdrängen? Hat sie nicht der Polizei ihren heldenhaften Kampf gegen diese ekelhaft friedensbewegten Anti-G-20-Terroristen böswillig als Polizeigewalt ausgelegt? Und überhaupt, die Bundeswehr, ein rechter Haufen ballergeiler Chauvies! Regelrechte Schmutzkampagnen überziehen regelmäßig die schwächsten unserer Gemeinschaft. Nun reichen uns Brinkert und Holtappels die Hand, dies endlich zu erkennen.

Denn sie ertragen es nicht mehr, wenn sich die faschistoide Getränkeindustrie die Werber als neues Opfer sucht. Eine ganze Berufsgruppe, mit Vorurteilen geschmäht, als Lügner werden sie bezeichnet. Das schlimmste daran: Der Vollstrecker des hochprozentigen Medizinersatzes stellte sich als Brudermörder heraus, Friendly Fire aus dem eigenen Lager, wie konnte die Pilot-Agentur das nur tun? Es schmerzt so sehr.

Fernet Branca Werbung mit Jung von Matt Post
Screenshot Facebook

 

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